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  • AutorenbildMischa Starostin

Freie Uni der „Jugend für den Frieden“

Gegründet im August 2023 an der Waldorfschule Saguramo in Georgien



Gründungstreffen war im August

Vom 15. -31. August fand das Gründungstreffen für die Freie Uni der „Jugend für den Frieden“ statt.


Es sind 30 Mitgründer und Mitgründerinnen aus der Ukraine, Russland, Deutschland, Israel und Georgien in der Waldorfschule Saguramo (Georgien) zusammengekommen, um neue Wege fürs Verstehen und Handeln in der Welt zu suchen.


Bedingungslos Mensch

Wir – „Jugend für den Frieden“– haben seit dem Frühjahr 2022 über 100 Begegnungen gehabt. Manche online, manche offline. Wir entdecken in dem Stichwort „Bedingungslos Mensch“: Einander begegnen, zuhören und in der Welt wirksam sein. Wir sprechen Ukrainisch, Russisch, Deutsch, Georgisch und Englisch und bewundern alle Kulturen, Weltanschauungen und Sprachen. Wir alle sind sehr unterschiedlich, doch es ist uns wichtig, dass das Allgemeine in Unterschiedlichkeiten nicht verloren geht. Wir wollen Freiheit, Gerechtigkeit und Mitgefühl aus der Realität und nicht nur als theoretische Inhalte erlernen. „Wirch bind“ ein Kreis, wo sich das „ich bin“ nicht in dem „wir sind“ auflöst.


Die „Freie Universität“ - wurde in Georgien gegründet, denn hier können Menschen aus Deutschland, der Ukraine, Russland und anderen Ländern, ohne Visum und ohne verfolgt zu werden, zusammenkommen und zusammenarbeiten.


Philosophie der Freiheit

Bei dem Gründungstreffen wurden Themen und Richtlinien für die Freie Uni zusammengefasst. An denen wird selbstverständlich weiter gearbeitet. Vorträge in Naturwissenschaften, gemeinsames Lesen der „Philosophie der Freiheit“ von Rudolf Steiner, ein Seminar für die Wirtschaft, Eurythmie, Übungen in Schauspielkunst, Gesprächsrunden über die Rolle der Sprachen und Kultur in Transformationsprozessen, Frieden und Krieg, moderne Ausbildungssysteme. Damit waren diese zwei Wochen ausgefüllt.


Warum heißt unsere Gemeinschaft „Freie Uni“?

Das Wort „Universität“ stammt vom Begriff „Universum“. Wir wenden uns dieser ursprünglichen Bedeutung zu und verstehen darunter, dass der Lernprozess als ein Erkennen der Zusammenhänge der Welt gedacht ist. Also nicht Lernen, um bequem zu leben, sondern frei und lebendig zu lernen.


Wie?

Aus dem Unmöglichen schaffen - gibt Kraft und Mut für Veränderungen. Wir wollen wirtschaftliche und kulturelle Projekte starten, die die Menschen ermutigen werden. Ermutigen, selbständig zu handeln, zu fühlen und zu denken. Erst machen wir es selber und dann teilen wir es mit.


Was macht uns optimistisch?

Heutzutage bedeutet „kritisieren“ fast das Gleiche, wie die Realität zu sehen. Misstrauen hat die Welt durchdrungen. Ausweise, Kontrollen, Versicherungen und Schutzmaßnahmen sind überall gut zu erkennen. Aber auch in den eigenen Gedanken, Gefühlen und Entscheidungen kann man Misstrauen gegenüber sich selbst und Verantwortungsvermeidung feststellen und die Bedeutung von Ausbildung, Tagesplanung und Terminen, Abhängigkeiten von Mode- und Expertenmeinungen. Das alles sind Anzeichen, dass der Mensch in seinen eigenen Kräften, in den Kräften der Ichheit, nicht sicher ist.


Wenn es zu dunkel wird, kann man mit wenig Licht alles beleuchten. Wärme, Empathie, Vertrauen, Verbundenheit und Mut können die Welt zu den großen Metamorphosen bringen.


Keine Vermarktung, keine anerkannten Diplome

60 km südwestlich von Tiflis im Dorf Matsewani haben wir ein Grundstück ausgesucht, wo unsere selbstschulende Gemeinschaft ein Zuhause bauen will. Im Oktober möchten wir eine Non-Profit-Organisation anmelden, bei der georgische, deutsche, ukrainische und russische Jugendliche Mitgründer und Mitgründerinnen sein werden. Diese Organisation wird Besitzerin des Grundstücks sein. Wir hoffen schon diesen Herbst das Projekt starten und im Frühjahr 2024 einen Bau beginnen zu können.


Von Matsewani aus wird die Freie Uni wissenschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Projekte weltweit entwickeln. Jeder Schritt in der Arbeit ist gleichzeitig ein Lernprozess. Die rechtliche Form aussuchen, Fundraising, Alltagsgestaltung, soziale und kulturelle Projekte - alles ist Erfahrung und Ausbildung zugleich. Wir beabsichtigen nicht durch Medien in der Welt zu wirken, oder eine große Mitgliederzahl durch Anerkennung unserer Diplome unter den mächtigsten Arbeitgebern zu gewinnen. Wir suchen keine Vermarktung.


Wir wollen ein Teil der Bewegung sein, die schon jetzt eine Zukunft, eine wahrhaftige Öffentlichkeit, eine neue, vertrauensvolle und soziale Landschaft und einen mit Liebe und Empathie durchdrungenen „Markt" schafft.


Mischa Starostin ist Historiker, Waldorflehrer, Schriftsteller, und zudem (Mit)Gründer der Initiativen „Gemeinschaft der Waldorf-Kleininitiativen“, „Wanderklassen”, „Freie Oberstufe”, „Jugend für Frieden”. Er wohnt in Monino, einer Dorfgemeinschaft 450 km nordwestlich von Moskau und ist Vater von 6 Kindern.


 

Anmerkung: Die freie Uni der „Jugend für den Frieden betrachte ich als einen gelungenen alternativen Entwurf zum fast zeitgleich gegründeten World-Child-Forum, Antje Bek


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