• Mischa Starostin

Eindrücke in Deutschland - Brief von Mischa Starostin




Mischa/Michail Starostin, 20.10.22


Liebe Menschen!


Ich bin auf dem Wege zum Flughafen und bin intensiv damit beschäftigt, alle Begegnungen, die während meiner Deutschlandreise stattgefunden haben, innerlich zu bearbeiten. Ich bin sehr dankbar für die Gespräche, die im Leben, im Bildschirm und nach anderer ungewöhnlichen Weisen ich haben durfte.


Da ich zum ersten Mal nach 12 Jahren wieder in Deutschland war, hatte ich die Gelegenheit frisch das Land, die Menschen und die Zusammenhänge wahrzunehmen. Ich möchte in diesem Brief an die wesentlichsten Fragen die durch diese Wahrnehmung formuliert wurden kurz kommen. Ich kann nicht die deutsche Worte fehlerlos zusammensetzen, so habt Ihr die Gelegenheit unmittelbar hinter meiner mangelhaften Sprache und grammatikalische Unfähigkeit nach dem inhaltlichen Sinn zu suchen. Ich bin tiefst dankbar für diese Mühe und Ihre Nachsicht.


Erziehung und Freiheit

Viele Menschen erleben die Pädagogik und Erziehungsbereich unfrei von der heutigen (eigentlich der Vergangenheit abstammenden) Gesetzgebung. Die Pädagogik ist aber nur eine der mehreren Formen der kreativen Menschenbegegnung. Und die Menschenbegegnung kann niemand bestimmen. Sogar eine von außen bestimmte Begegnung, ist keine Begegnung mehr. Man kann Erziehung mit Ernährung vergleichen (im Russischen werden die beiden Begriffe aus einer Wortwurzel abgeleitet): wenn man eine Nahrung kriegt, die keine Lebenskraft trägt, heißt das nur, dass man fürs Nahrungsmittel anbauen, ernten und verbreiten selber Verantwortung übernehmen soll. Und es ist sehr wichtig in Bewusstsein zu nehmen: Erziehung (Menschenbegegnung) entstammt dem Geistesleben und in diesem Bereich gelten die materiellen Gesetze der „Qualität und Maß“ nicht. In der Tatsache bedeutet es, dass ein kleiner freier Unterricht, sogar nur einmal in der Woche, viel mehr dem Menschen spenden kann, als z.B. ganze Woche Anwesenheit in der Schule, wo es sich nur um die Informationsvermittlung handelt. Die Hauptsache, es möge jeder Freien Initiative ein kreativer schöpferischer Impuls, und nicht Negation und Leugnung zugrunde legen. Lasst das, was sie für Böse halten, einfach dessen eigenen Entwicklungsweg gehen und es wird kein Schaden für Euch und Eure Kinder bringen.


Eine zweite sehr wichtige Eigenschaft des gesunden Geisteslebens: es hat nie egoistische Auswirkung. Man kann nicht freie Erziehung und Erkenntnis in eigenen Interessen (oder in Interessen eigener Kinder, was gleich ist) vollziehen. Jede freie Initiative hat unmittelbare Auswirkung auf die ganze Menschheit, gar auf die ganze Schöpfung. D.h. eine freie Initiative in Südafrika unterstützen ist genauso wichtig, wie zu Hause.

Das liegt auch unserer Wanderklassen und anderen pädagogischen Initiativen zugrunde- wir machen unsere Arbeite für alle Menschen und jeder Mensch, der sich in seiner Freiheit dazu bekennt, ist unserer Mitstreiter.


Gemeinschaft und allgemeine menschliche Fähigkeiten.

Die Lebenskraft ist eine flüssige Substanz. Heute habe ich genügend, um meine Freude der Gegenwart zu begegnen, nicht zu verlieren, morgen bin ich dazu überhaupt nicht fähig. So gehts heutzutage allen. Jeder Mensch begegnet früh oder spät einer Kraftprobe, die außer seinen inneren Möglichkeiten steht. Die Gemeinschaft ist aber im Stande solche unbegrenzte Kraft spenden, die alle Proben überwinden helfen kann, da die geistigen Gemeinschaftswesen höher stehen, als die Wesen, die einzelne Menschen begleiten. Wie kann man solche kraftspendende Gemeinschaften entwickeln? Ich kann hier die Wege nur skizzieren, jeder Mensch hat aber sicherlich ein Gespür dafür.

⁃ Offen und fremdsfröhlich.

Sekten, Kloster, Orden gehören zur Vergangenheit. Gegenwärtige Gemeinschaft bleibt offen für die Umgebung, schließt sich nicht zu, hat keine Angst für fremde Einflüsse. Jede entwicklungsfähige Gemeinschaft lebt in innerlicher Bereitschaft alle Menschen der Welt als Mitmenschen zu bekennen.

⁃ Vielfältig.

Die Menschen, die eine Gemeinschaft bilden, haben den Raum und Verständnis, ihre Unterschiedlichkeit zu entwickeln, anstatt sich verpflichtet zu fühlen, so wie es in der Gemeinschaft der Brauch ist, zu denken, fühlen, handeln.

⁃ Für die Mitmenschen da sein.

Je mehr man die Interesse, Denkweise, die Wahrheit der anderen Menschen genauso wie eigene wahrnehmen und realisieren kann, desto stärker ist die Gemeinschaft.


Wirtschaft und die Willenstat.

Unsere Erde ist soweit einheitlich. Sie ist ein ganzheitliches Organismus. Wenn man aber sie getrennt bedenkt oder handelt man aus der Überzeugung, dass man unter den Füßen die Erde nur für sich selbst hat, dann ist man dabei ein Beitrag zu machen, die Erde auseinander zu reißen. Das liegt heutzutage tatsächlich an der Menschheit, ob die Schöpfung als Ganze sich weiter entwickelt. Alle Projekte, die frei vom Egoismus interkulturell und international vollzogen werden, tragen den Impuls, die Erde von der Zersplitterung aufzubewahren.


Zersplitterung und das Schaffen der Mitte.

Es passiert oft, dass die Menschen, die an die Grenze gekommen sind, aus dem fernsten Punkte, zauberhaft die Mitte erreichen. Die „Mitte“ ist nie konstant und vollendet. Was ich heute in mir als „Mitte-nährend“ erleben kann, ist morgen schon mangelhaft. Es gibt kein „in Mittestehen“ nur „die Mitte-nähren“. Da die Mitte treffen bedeutet, ein idealer Mensch sein, und solcher kann nur aus allen Menschen zusammen kommen. D.h. alleine werde ich nie die Mitte treffen. Ich muss erstmal begegnungsfähig werden. Und diese Eigenschaft kann durch erzieherische Tat in Erscheinung gebracht werden. Ich muss aus dieser Begegnungsfähigkeit gemeinschaftsbildend aktiv werden. Und letztendlich ganz konkret, mit spürbaren wirtschaftlichen und materiellen Ergebnissen, die Erde einheitlich erleben.


Ich bleibe offen für alle Nachfragen Entwicklung der freien Initiativen und Gemeinschaftsimpulse zu unterstützen. Ich leiste keine Arbeit gegen Bezahlung, da mein Leben ist von Überzeugung erfühlt, dass Menschen, die Unterstützung brauchen und Menschen, die Unterstützung leisten können, nicht unbedingt die gleiche sein sollen. Insofern freue ich mich mit allen meinen Kräften ernsthaft den, auf die Zukunft orientierten Initiativen, beizustehen, aber auch eine ernsthafte materielle Unterstützung mit tiefen Dankbarkeit aufzunehmen. Unten ist ein Link für die Beiträge


https://app.elinor.network/groups/c10c986f-4953-11ed-9333-960000e2102b


und ich bin gerne per email erreichbar


mikhail@daswerk.ru


PS: Dieser Brief kann weiter verteilt werden, nach solcher Weise, die Du für richtig hältst.


Mischa Starostin



Foto: Vonecia Carswell / Unsplash