• Dr. med. Michaela Glöckler, Dr. med. Karin Michael

Aufruf für mehr Selbstverantwortung und gegen eine COVID-19-Impfpflicht



an Gesundheitsminister Karl Lauterbach, die GesundheitsministerInnen der Bundesländer und die Abgeordneten des Deutschen Bundestages


Wissenschaftliche Gründe für den freien Impfentscheid bei COVID-19

In einer Pandemie geht es um den Schutz vor Ansteckung[1]/[2], Krankheit[3] und möglichen Tod. Die bisher entwickelten Impfstoffe leisten diesen Schutz jedoch nur bis zu einem gewissen Grad[4]. Sie bieten zwar vulnerableren Menschen mit Vorerkrankungen und in vorgerücktem Alter einen zeitlich begrenzten Schutz vor schweren Krankheitsverläufen. Sie können jedoch weder das Auftreten der Erkrankung noch eine mögliche Ansteckung Anderer nachhaltig verhindern. Auch sind die bisher bekannt gewordenen Nebenwirkungen häufiger, als wir dies von konventionellen Impfstoffen kennen, insbesondere bei jüngeren Menschen[5]. Daher halten wir eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung für unabdingbar.


Gewinnorientiert betriebene Krankenhäuser kommen schnell an ihre Kapazitätsgrenzen

Der indirekten Gefährdung der Bevölkerung durch eine Überlastung des Gesundheitssystems muss durch eine Erhöhung der Kapazitäten begegnet werden. Gegenüber den Beschränkungen der Freiheitsrechte und der in Aussicht gestellten Impfpflicht, stellt dies eine verhältnismäßigere, patientenorientierte und nachhaltigere Option dar.


Selbstverantwortung und Gewissensfreiheit fördern Resilienz und Lebensfreude

Aus der Salutogenese, Resilienz- und psychoneuroimmunologischen Forschung wissen wir, dass Menschen mit innerem Wertesystem, optimistischer Lebenseinstellung und religiöser oder spiritueller Orientierung über stärkere Widerstandsressourcen verfügen. Angst und Zwang hingegen sind mit Emotionen verbunden, die die Resilienz untergraben. Daher sollten sich Alle, ganz besonders aber diejenigen, die in der Gesundheitsversorgung arbeiten und damit höheren Risiken ausgesetzt sind, frei und selbstbestimmt für oder gegen eine COVID-19-Impfung entscheiden dürfen – zumal diese Impfung nur bedingt schützen kann.


Individualismus im Spannungsfeld von Egoismus und Konformismus

Unser Appell gilt dem Erhalt der zentralen europäischen Werte Freiheit, Solidarität und Würde, die wir durch die derzeit diskutierte Impfpflicht gegen COVID-19 gefährdet sehen. Angesichts dieser Gefährdung ist es erfreulich, dass der Europarat am 27. Januar 2021 eine Resolution verabschiedet hat, die sich gegen eine Pflicht zur COVID-19-Impfung ausspricht. Auch soll sichergestellt werden, „dass niemand diskriminiert wird, weil er nicht geimpft ist, weil er möglicherweise ein Gesundheitsrisiko hat oder sich nicht impfen lassen will“.[6]


Sehr geehrte Damen und Herren, wir rufen Sie auf, sich gegen eine COVID-19-Impfpflicht und für mehr individuelle Selbstverantwortung zu entscheiden.


Dr. med. Michaela Glöckler Dr. med. Karin Michael


[1] https://www.thelancet.com/journals/laninf/article/PIIS1473-3099(21)00648-4/fulltext [2] https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-coronavirus-montag-235.html#Drosten-Geimpfte-mit-substanziellem-Risiko [3] https://www.bmj.com/content/375/bmj-2021-067873 [4] https://www.gov.il/BlobFolder/reports/vaccine-efficacy-safety-follow-up-committee/he/files_publications_corona_booster-27082021.pdf (9.12.21) [5] https://www.pei.de/DE/newsroom/dossier/coronavirus/coronavirus-inhalt.html;jsessionid=B5DDF4217EAD1D9212E90CE0E013ADE9.intranet221?nn=169730&cms_pos=6 (9.12.21) [6] https://pace.coe.int/en/files/29004/html (siehe Punkt 7.3.1 und 7.3.2)